Es ist grade morgens frueh (9.30 Uhr,hahaaa) in Cali (Columbien) ich hab eigentlich Hunger auf ein Fruehstueck, aber jetzt mach ich erst mal wieder was fuer mein Gewissen. Den letzten Blog wollt ich eigentlich gar nicht online stellen, aber weil ich schonmal angefangen hatte was zu schreiben, hab ich mir halt gedacht: "so a kleines Aufwaehrmbloeggle kann nicht schaden!"
Bei Quito in Ecuador war ich das letzte (richtige) Mal stehen geblieben! Dort machten wir uns ein paar gemuetliche Tage im Hotel/Hostel von Gert. Der Deutsche Kollege ist jetzt 79 Jahre alt, jawol und er wird im Maerz 80!! Sein Schild an seinem "Hostal Zentrum" sagt aus: Bettenvermietung, Deutsches Essen und Biergarten" und das steht da so, in Deutsch! Der Kollege ist echt mal ein Orginal! Mit 72 ist er aus Deutschland ausgewandert und hat in Quito anfangen dieses Haus zu nem Hotel auszubauen, ALLEINE!
Nach ein paar Tagen Quito machten wir (Daniel, Kathrin und ich) uns auf nach Norden an die Columbianische Grenze. Das machten wir mit einem sogenannten Huehnerbus. Das heist, man kauft sich ein Ticket mit Platzreservierung am Schalter des riessigen Bus-Terminals und wartet dann 30min laenger auf den Bus als eigentlich angegeben ist. Dann wird der Rucksack im Stauraum untergebracht, neben ner Bananenstaude, so um die 50 zehn-Liter Eimern (neu gekauft/orginal verpackt) und ein Paar lebenden Tieren. Der Sitzplatz ist natuerlich schon belegt, und es ist nur noch einer in der hintersten Reihe frei, neben nem Typ in dicker Jacke, der das Fenster bis zum Anschlag aufgerissen hat. Der macht auch keine Anstalten sich normal hinzusetzen um dir zumindest 90% deines Sitzes zuzugestehen. So sitz ich dann 6 Stunden im Bus (75% meines Sitztes nutzend und mit nem in ne Bomberjacke eingepackten Arm in meiner Huefte) bis wir (nach ner Lanschaftschaftlich wunderschoenen Fahrt) in Tulcan ankommen. Dort gehts in nem "Collectivo"- Taxi, in diesem Fall eine Art Planwagen, an die Grenze Ecuador/Columbien! Grenzuebergang war kein Ding.
Jetzt waren wir also in Columbien, wo die Menschen wohl netter, huebscher und einfach auch mehr sind (Columbien ist das zweit meist bevoelkerte Land in Suedamerika nach Brazilien).
Im Reisefuerher steht, das man auf der Busfahrt von Ipialis (Grenzstaedtchen) nach Popayan, das so ca.6 Stunden im Norden liegt, auf jeden Fall auf der Rechten Busseite sitzen sollte, da da die Aussicht besser ist! Ich versuchte also beim Ticketkauf die Verkaeuferin davon zu ueberzeugen, dass sie uns doch drei Plaetze der komplet freien rechten Seite geben sollte. Aber irgendwie wollte sie das nicht machen, da dort die Leute sitzten die weiter nach Cali fahren! Was fuer eich Quatsch, aber mir war s dann auch egal. Naja zumindest so lang bis wir ne halbe Stunde gefahren waren und ich von meinem Fensterplatz (links) nur an nem Steilen Hang hinauf, oder auf der rechten Seite... neuer Satz, sonst wirds zu wild... Also... Wenn ich meinen Kopf nach rechts drehte sah ich als erstes einen Film auf dem Bildschirm in der mitte ("A-Team" auf Spanisch = Furchtbar!) dann Daniel, dann auf der rechten Busseite schlafende Columbianer, die einfach so vor sich hinschliefen und ganz offensichtlich nicht die kleinste Notiz von den Wasserfaellen und dem in saftiges gruen getauchten Tal hinter ihrem VERDAMMTEN FENSTER nahmen! Ich haett echt am liebsten einen der Kollegen aufgeweckt und ihm meinen ueberaus langweiligen, aber zum pennen perfekten Platz angeboten. Naja so laeufts halt...
Wie auch immer, wir kamen Nachts mit 2 Stunden Verspaetung in Popayan an. Nahmen uns ein Hostel, und am naechsten Morgen ging es gleich weiter nach "San Augustin" weitere 6 Stunden Fahrt!
San Augustin ist ein kleines verschlafenes Nest in den Bergen! Das die Landschaft in Columbien super ist hab ich ja jetzt (wenn auch nicht aus der ersten Reihe) schon gesehen. In San Augustin waren die Menschen auch super nett, offen und Hilfsbereit an allen Ecken und Enden!
Wir machten uns auf, die Steinfiguren die von einer vergangenen Kultur aufgestellt wurden, zu erkunden. Wir dachten warum sollten wir das nicht zu Pferde machen. Gedacht, getan. Wir machten uns also hoch zu Pferde auf ne Tour. Das war echt genial, wir ritten durch die schoene Gegend und stoppten hie und da fuer ein Paar Fotos von Steinfiguren zu machen. Das Volk das diese wiederrum aufgestellt hat hatte nicht wirklich nen wohlklingenden Namen, wie Inka oder Maya, es waren einfach die "San Augustin´s". So oder so aehnlich...Das wir am naechsten Tag nicht gleich weiterreisten kam mir (und vor allem meinem geschundenen Ruecken) sehr entgegen! Wir waren mit ner Hollaenderin auf den Ritt gegangen und die musste am Abend nen Bus nehmen, also machten wir die ganze Tour etwas schneller! Bessergesagt meinte unser Guid, wir waren die schnellste Tour die er je geleitet hatte! Das war von dem her gut, da wir echt viel Galopp geritten sind! Fuer die nichtreiter unter uns, das ist der zweite Gang den man beim Pferd einlegen kann, oder vielleicht auch schon der Dritte... und das ist schon ein bisschen geil!!! Wenn so ein Geschoss mal im lauf ist, hohoooo aber dann mal "holla die Waldfee". Galopp ist auf jeden Fall besser und einfacher zu reiten als so ein getrabe, das ist einfach nur anstrengend, weil du quasi permanent aus dem Takt kommst und dir nach den ersten 10Metern schon der Arsch und alles andere auch weh tut!
Auf jeden Fall tingelten wir von San Augustin auf nach Cali. Hier hatten wir schon ein Paar Leute (ueber Couchsurfing kennengelernt) die uns ein bisschen in der Stadt rum fuerhen wollten! Perfekt, so machten wir nen Abendspaziergang mit denen und feierten anschliessend noch ein bisschen. Es war Wochenende und wir hatten nix besseres zu tun, haha... Cali ist ne schoene Stadt, und wir hatten ein paar nette Tage hier!
Jetzt gehts weiter nach Norden, der Bus geht um 12.30 Uhr oder auch nicht, mal sehen ich bin gespannt auf den 4 - 6 Stunden Trip!!
Entonces, vamos a ver...
Gruesse aus Colombia!!!!
Mathias