Mittwoch, 7. Oktober 2009

Pyrenäen und Südfrankreich Sommer ‘09

Seid langem schreib ich mal wieder was in meinen Blog, ja es gibt ihn noch, auch wenn er lange brach lag… Ich schreib auch nur, weil ich mal wieder ein paar Landschaftsbilder gemacht hab. Naja nicht nur, aber vor allem. Jawohl ich bin schon wieder drin im alten Bloggerslang-dings-wasauchimmer .

Hier geht es also um eine meiner Sommerurlaube. Zu Urlaub zähl ich auch all meine kurz Trips, aber das wär hier jetzt zu viel des Guten!

Los ging es am Samstagabend (15.8.09) um 22 Uhr in Kork (bei Kehl). Eine schön gemischte Gruppe von 17 Leuten zwischen 15 (Jahren) und dem Lothar [ich weis natürlich sein Alter, will aber hier nicht zu weit ausholen] machte sich mit zwei VW Bussen (9 Sitzer, leider nicht ganz so stylisch wie unsere gute alte ERIKA…) auf Richtung Französische Pyrenäen. Morgens um 8 Uhr wollten wir noch einen Kaffee nehmen, im Restaurant unseres Vertrauens (Mc D. oder hier weiterhin benannt als M. Donald) leider gibt es wohl in Frankreich sowas wie ein Morgen nicht am Sonntag. Zumindest nicht beim M. Donald. Also machten wir uns nach ner längeren Fahrt auf dem sehr verwinkelten Parkplatz auf in die Berge der Pyrenäen. Nach ner kurvigen Serpentinen fahrt kamen wir dann in „Mont Louis“ auf dem Campingplatz an. Dort gab es dann erst mal Frühstück mit frischen Baguettes. Das Wetter war bestens und die Zelte waren nach ner ersten (richtigen) Kennenlern runde (viele waren ja von außerhalb auf der Freizeit dabei, so auch ich) bauten wir unsere Zelte auf und gingen mal ne schöne Runde baden im Bach neben dem Platz. Wir hatten gerade am Abend den Grill aufgebaut, da kam aber auch schon ein erstes der berüchtigten Berggewitter über uns!! Das hatte es auch gleich ganz schön in sich (zwischen Blitz und Donner waren keine Sekunde zu zählen, Schieße ging uns die Muffe…) aber wir hatten zum Glück eine Plane abgespannt unter der wir essen konnten. Abends ging es dann aber zeitig ins Bett, da wir noch ein bisschen geschafft waren, von der Busfahrt der letzten Nacht.

Montag 17.8.09 Alle Essen waren in Dienste eingeteilt, die man je zu zweit zu erledigen hatte. Mich traf es am Montag mit Frühstück. Was soviel hieß wie 15 min vor allen aufzustehen, Wasser auf den Grill zu stellen (das machten wir ausnahmsweise so, weil wir [Bianca und ich] nicht wussten wie die Benzinkocher funktionierten, und der Grill noch vom Abend davor da stand) dann alle zu wecken und in der Zeit bis sie sich aus Ihren Knacktüten geschält hatten das Frühstück zu richten! Wir feierten gleich mal ein bisschen und das schon bevor die Tour richtig los ging. Robert Klima (Klima wie Wetter) hatte Geburtstag. Der Tag war herrlich schön, was wollten wir also mehr?!? Ach ja da waren noch die Rucksäcke. Jeder musste noch ein bisschen mehr als seine drei Unterhosen, Pärchen Socken und drei T-Shirts tragen. Der Persönliche Rucksack wog bei mir soweit inkl. 3l Wasser so an die 14kg. Jetzt kamen noch allgemeine Sachen dazu, bei mir war das das Essen vom Donnerstag (ca.5kg) und ein Frühstück (ca.2,648kg). Der Tag für den das Essen geplant war war nicht ganz unerheblich, hätte ich nämlich das Essen vom Samstag gehabt, tja das hätte geheißen 2 Tage länger das Gesamtgewicht von rund 22 kg auf dem Rücken rum zu schleppen. Ich sollte wieder zum Thema kommen, ich glaub der Block wird sonst zu ausführlich… Wir machten uns also auf unseren Weg, den GR10 (Grande Randonnée) der vom Atlantik ans Mittelmeer führt. Das Gelände durch das wir unterwegs waren erinnerte mich stark an Schweden, vielleicht aber auch nur, weil in der Gruppe dauernd darüber gesprochen wurde wie ähnlich hier doch alles an Norwegische Gefilde rann kommt. Das erste Teilstück bis zur Mittagspause war recht einfach, keine schweren Steigungen oder steile Abstiege. Der Wanderweg plätscherte so vor sich hin. Aber es war warm, so machten wir an einem Flusslauf Pause. Das Mittagessen war von D. Zechlin (hier weiterhin aus Anonymitätsgründen Dirk Z. genannt) genau Rationiert. Vier Knäckebrote, eine Bockwurst, zwei Scheiblettenkäse, einen Halben „Dreieckskäse“ und etwas Vegetarische Paste. Wir packten gerade wieder unsere Rucksäcke, da fing es leicht an zu tröpfeln. Wir wollten es nicht herauf beschwören, aber Sicher ist Sicher, also machten wir schon mal unsere Regen-dinger über unsere Rucksäcke. Wir entschieden uns für einen Weg der leichter, am Ende aber auch zum Ziel führen sollte. Am ersten ernst zu nehmenden Anstieg fing es dann auch endgültig an zu regnen. Ich zog also meine Regenjacke an. Kaum wurde es so richtig warm in dem Ding, hatte es auch schon wider aufgehört zu regnen. Also wieder raus aus der Jacke. Ungelogen, vielleicht 5 min später musste ich wieder absetzen um die Regenjacke wieder an zu ziehen und das war doch immer so ein gewürge mit dem schweren Rucksack… was solls. Nach dem Anstieg schlängelte sich der Pfad entlang „Berg“-Seen, die jetzt aber wirklich aussahen als lägen sie in den Schwedischen Wäldern etwas südlich von Stockholm, hin zum Stausee „Lac des Boillauses“. An dessen Rand schlugen wir unsere Zelte auf. Nicht weit vom Ufer weg, aber doch für die auf dem Pfad laufenden Wanderer kaum sichtbar. Als erstes ging ich ne Runde mich und Kleider waschen und auch Schwimmen. Da das Wasser aber soooo kalt war, war das eher ein kurzes aber intensives Unterfangen. Danach fühlte ich mich aber im Fleece-Pulli umso wärmer und wohler!! Nach dem Abendessen machte ich mich auf zu einer klein Anhöhe direkt hinter unserem Lagerplatz. Von dort hatte ich eine super Aussicht auf den See, die kleinen Inseln darin und den Sonnenuntergang (hinter meinem Rücken) der die Schatten auf der anderen Seite die Berge hoch wandern lies. Das sah wahnsinnig idyllisch aus! So genoss ich die Momente in vollen Zügen. Später gab es dann noch ein Paar Becher Wein, Robert hatte ja immer noch Geburtstag und deshalb ne Überraschung vorbereitet! Schokokekse mit Wein den er aus ner Trockenmischung angerührt hatte. Nach ner positiven Stimmungsrunde (soll heißen, dass alle soweit glücklich waren) und einem Spiel hieß es dann die müden Knochen ins Bett bzw. Zelt zu tragen.

Dienstag 18.8.09 Die Sonne stand am Himmel, schien aber noch nicht auf unseren Lagerplatz, es war kühl. Nach dem Frühstück (Müsli mit Milchpulfermilch und Kaba) hieß es die Rucksäcke zu packen. Der zweite Tag sei immer der schlimmste heist es wohl unter den Wanderern. So fühlte ich mich auch. Jeder Punkt an dem der Rucksack meinen Körper berührte tat weh. Trotzdem wurde bei bester Laune der neue Wandertag angegangen! Auf einem schmalen Pfad ging es entlang des Stausees. Ich hatte schon die beste Position im Wanderfeld für mich gefunden, hinten am Ende. In der Gruppe waren alle cool drauf. Miri und Robert waren auch erst vor kurzem in Neuseeland, da waren die ersten Themen schon mal klar! Dirk kannte ich vom sehen und hören und die meisten anderen kannte ich vom KjG-DEKA-Team. So wie so passte die Gruppe gut zusammen! Nach dem See bogen wir links ab, auf die „Tour du Calit“. Unser Weg zog sich nun gemächlich ein langes Tal hoch. Der Puig Calit (2921m) ist der höchste Berg der Gegend. Mittag machten wir wieder recht spät an einem See (Lac de Lanoux). Obwohl wir keinen einzigen Zaun überquerten hörten wir immer mal wieder Kuhglocken. Beim letzen Anstieg (es fing wieder an zu regnen) entdeckten wir auch ein paar Ziegen hoch oben in den Grasfeldern an den Steilhängen. Wir waren gerade über den Sattel (Coll de Coma d‘ Auyell) und das dahinter liegende Geröllfeld abgestiegen, da fing es an zu stürmen und gewittern! Vor einem heftigen Regenguss flüchteten wir unter unser „Tarp“, das ist ne große leichte!/wasserdichte Plane. Das Berggewitter brach genau über unseren Köpfen herein, Blitze - Donner in kürzesten Abständen. Den meisten war zu Recht nicht wohl in Ihrer Haut! Das Wasser sammelte sich um uns und stieg langsam unsere Schuhe hoch. Die Rucksäcke alle schon in der Mitte auf dem höchsten Punkt gesammelt, konnten wir aber nicht mehr enger zusammen rücken. So hockten bzw. knieten wir das Unwetter aus und sangen einfach mal ein Lied, das soll an anderen Stellen auch schon geholfen haben! Als alles vorbei war wollten die meisten den Abstieg einfach nur noch hinter sich bringen. Ich ließ mir lieber etwas Zeit, nass war ich ja eh schon. Ich setzte also mein breitestes Grinsen auf und genoss die Augenblicke. Es sah alles so fantastisch aus, der Regen wie er das Tal rauf kam und die Gebirgslandschaft an sich. Der Bach der mittlerweile angeschwollen war, bahnte sich den Weg durch ein kleines Wäldchen von den Grasflecken rechts und links bis an die Gipfel der Berge gingen. Auf dem Wanderpfad waren mittlerweile in regelmäßigen Abständen Kuhfladen verteilt! Die Viecher spazierten hier also auch überall frei rum und nutzen natürlich auch die Wanderpfade! Scheiße!! Am Abend war dann die Stimmung etwas gedrückt, da viele Rucksäcke und einfach auch die Leute durchnässt waren. Zum Glück konnten wir in einer bewirtschafteten Hütte (Refuge des Bésines) unsere Ravioli zum Abendessen genießen und unsere Nacht in Betten verbringen.

Mittwoch 19.8.09 Wir machten uns wieder bei Sonnenschein auf den restlichen Abstieg von dem Refuge an den nächsten See. Dort hieß es erstmal: Sachen trockenen und chillen oder baden. Dirk warf mal auf gut Glück seine Angel aus, aber leider waren die Fische nicht zum anbeißen aufgelegt. Weiter ging es immer Berg ab nach l´Hospitalet kurz vor Andorra. Dort entschieden wir uns in der Gruppe doch auch noch den 500 Höhenmeter (ca. 2h) Anstieg in Kauf zu nehmen, da wir sonst irgendwo im Tal an der Straße hätten nächtigen müssen. Wir packten noch ein bisschen unser Gepäck um, so dass sich keiner Überlastet fühlte und dann ging es los. Das schlechte Wetter das das Tal raus kam schien weiter zu ziehen Richtung Frankreich. Wir mussten uns ein wenig gegenseitig anspornen, aber die Anstrengung war es auf jeden Fall wert! Den See, an dem wir unser Nachtlager aufschlugen, erreichten wir leider erst als die Sonne schon hinter den Bergen abgetaucht war. Dennoch sprangen wir noch für ne Abendliche Schwimmrunde hinein! Die Abkühlung war genau der richtige Abschluss für solch einen Tag. Das Wasser war nicht zuuu kalt und so fühlte ich mich danach wie neu. Wir waren an einem sehr interessanten Platz gelandet! Um unser Lager herum waren ein paar alte Fundamente, ein Stollen (der leider verriegelt war) war gleich oberhalb unserer Zelte und irgendwie sahen ein paar Wege aus als wären sie von verdammt großen Maschinen gebaut worden! Wie zum Geier sollten die Maschinen an diesen verlassenen Ort kommen, wo doch nur dieser Trampelpfad den wir über Stock und Stein, teils kletternd, herauf gestiegen sind, hierher führt. Für Rätselstoff war also gesorgt. Jetzt noch zu nem Thema das beim besten Willen in der Natur nicht ausbleibt. Wer hat beim „Toilette machen“ das beste Panorama, hahahaaa… ich muss sagen, an diesem Platz war es fast unübertrefflich. Gegen später beobachteten wir noch etwas den Sternenklaren Himmel und die deutlichen Sterne (an eben diesem Himmel). Es war noch angenehm warm (natürlich nur mit den richtigen Kleidern) und ja, heute kein Tropfen Regen!

Donnerstag 20.8.09 Mittlerweile wussten nur noch die wenigsten welcher Tag denn genau war. So machten wir uns am Morgen auf den Weg weiter Tal auf. Mittlerweile hatten sich alle an den Rucksack gewöhnt. So machten wir bei schönem Wetter ein gutes Stück Weg bis zur ersten Pause. In dieser Gegend waren überall Seen, teils natürlich Teils noch mit ner kleinen Staumauer. Am Anfang gab es noch richtige Wiesenflächen, die aber später am Tag rar wurden und eigentlich komplett in einzelne Grasflecken ausdünnten. Heute trafen wir wieder einige Wanderer, obwohl wir nicht mehr auf dem großen GR10, sondern auf der von Carsten ausgesuchten Route unterwegs waren. Der Pfad war interessant zu laufen! Es hies öfter mal ein Geröllfeld zu meistern, teils mussten wir einfach nur rauf kletterten, teils mehr von Fels zu Fels springen entlang an klaren (vom kalten Bergwasser) tiefblauen Seen. Hie und da standen schöne Blumen in mitten der sonst kargen Vegetation. Nachdem wir schon einige Seen hinter uns gelassen hatten und noch kein geeigneten Lagerplatz gefunden hatten, war der letzte vor einem Gewaltigen Anstieg dann doch noch OK zum unsere Zelte (naja nicht alle, aber wer halt zuerst kommt mahlt zuerst) einigermaßen ordentlich aufzubauen. Eigentlich wollten noch ein paar von uns auf den höchsten Gipfel aufsteigen, aber wir gingen dann doch lieber wieder baden, ruhten uns aus und erkundeten die nähere Umgebung. Zum Glück muss ich sagen, denn was der nächste Hügel uns für ein Schauspiel bot, hätten wir auf dem 2.783er (Pic de Rulhe) wegen Nebel gar nicht gesehen. Selbiger zog nämlich mit ner ordentlichen Geschwindigkeit das Tal hoch, über uns hinweg und in den Sonnenuntergang an den oberen Berggipfeln. Den Ausblick in die Ferne den dieses Schauspiel freigab war echt erste Sahne! Wir machten es uns also bequem und Plauderten ein wenig, bevor wir wieder zum Lager spazierten und das Abendessen kochten. Da wir uns immer abwechselten, waren Bianca und ich an der Reihe. Es gab Couscous mit Erbseneintopf. Mittlerweile hatten am anderen Ende des Sees (Durchmesser ca. 200m oder so) ein paar Französische Angler Ihre Zelte aufgeschlagen. Es schien als hätten wir Ihnen ihren angestammten Platz weggeschnappt. Naja wir konnten trotzdem Ruhig schlafen.

Freitag 21.8.09 Ein rauer Wind zog durch das Tal, als wir uns vom Frühstück aufmachten, die Zelte wieder in den Rucksäcken verstaut und die Wasserschläuche aufgefüllt. Gleich, ohne ein bisschen warm zu laufen, ging es in den Anstieg ca. 200 Höhenmeter. Wohlbemerkt viele hatten noch ordentlich Gepäck dabei! Ich hatte zum Glück gestern 5 kg Abendessen loswerden können, hab aber dafür wieder was von unserem Zelt bekommen. Auf dem Sattel angekommen machten wir ein Gruppenfoto. Wir hatten die Grenze zu Andorra erreicht, den Col de l’Alba (2539m)! Der Wind hatte mittlerweile all den Nebel zerstreut und die Sonne stand am Himmel. Es war wieder bestes Wanderwetter! Der Weg folgte leicht abfallend dem Ausläufer des Pic d’Escobes. Wir waren uns noch nicht ganz einig darüber was für ne Sprache hier in Andorra eigentlich gesprochen wird. Wir einigten uns einfach mal auf Spanisch. Mit nem kleinen Spanisch Chrashkurs, was wir auf keinen Fall zu Fremden sagen durften, brachten wir dann doch die eine oder andere Meile hinter uns. Soll aber nicht heisen, dass keine Zeit für Fotos war, denn die Landschaft auf dieser Seite des Gebirges sah wieder anders aus als die schon vertraute auf der Nord-Ostseite. Bis kurz vor der angesagten Mittagspause war alles noch im grünen Bereich, was die Anstrengung anging. Aber so ne gute Stunde vor Essenszeit kam nochmal ein ordentlicher Brocken Arbeit auf uns zu. Wir befanden uns gerade im Abstieg, der uns vorbei an einem Refuge führte, das wohl ganz frisch hergerichtet und aus dessen Küche es herrlich nach Crepes roch. Heute waren viele Wanderer unterwegs, von dem her war ich erst mal froh als es hieß dass wir vom Hauptwanderpfad abbiegen. Die Freude musste ich dann etwas in Ehrgeiz ummünzen, da der Weg in einen „Fastkletterpfad“ überging. So waren alle Heilfroh als wir Pause machten! Danach war wieder ein leichter Abstieg angesagt. Wir wanderten jetzt nicht mehr zwischen Bäumen, sonder befanden uns wieder auf weiten Grasflächen. Unseren Lager-Platz-am-See erreichten wir wieder so gegen Mitte des Nachmittags. Wir bauten die Zelte auf, da der nächste See wirklich außerhalb unseres noch möglichen Resttagespensums war. Eine Gruppe machte sich dann gleich auf um den Pic de la Cabaneta (2847m) zu erklimmen. Wir packten noch ein paar Wasserflaschen und einen Müsliriegel ein, dann ging es OHNE schweres Gepäck an den 500m Aufstieg. Ich weis nicht, das hört sich jetzt wahrscheinlich alles so pille palle an, aber nach nun mehr als 5 Tagen wandern mit vollem Gepäck und nicht gerade auf nen Damm entlang des Rheins, da stellte so ein Aufstieg doch noch mal ne ganz andere Herausforderung dar! Es ging meistens so steil hoch, dass wir in weitem Zickzack steigen mussten. Die Aussicht die sich dann aber auf unser Lager, das wir noch ganz klein erkennen konnten und vor allem auf die restlichen Pyrenäen bot, der war echt Entschädigung genug!! Das Wetter war ganz klar geteilt, so wie ich es schon zuvor in einigen Reiseberichten gelesen hatte. Frankreich – bewölkt: Andorra/Spanien – sonnig! Wir konnten leider nicht all zu lange oben bleiben, da wir ja wieder zum Essen unten sein wollten. Aber das war auf jeden Fall einer der besten „Augenblicke“ bisher auf der Tour! Vor dem Essen hüpfte ich noch schnell bei den letzten Sonnenstrahlen in den See und freute mich dann über die warme Suppe, der See war doch nochmal ne Spur kälter als die bisherigen. Mit Stirnlampen auf dem Kopf setzten wir uns noch in unsere Schlafsäcke gekuschelt in die Runde und Spielten ein bisschen und erzählten Geschichten bei denen der ein oder andere Lacher nicht ausblieb!

Samstag 22.8.09 Kurz nach dem Aufstehen erreichten uns die ersten Sonnenstrahlen, bis wir loszogen war es schon wieder angenehm warm! User Weg führte uns auf einen Bergkamm auf dem wir eine Weile entlang marschierten. Der Wind blies ordentlich von der Seite aber das war alles besser als die Regenschauer der ersten beiden Tage! An den Andorranischen Berghängen konnten wir recht viele Skilifte ausmachen, im Sommer wurden die wohl genutzt um tonnenweise Wanderer auf die Höhen zu schaffen. Mittlerweile kamen uns nämlich ganze Schulklassen entgegen. Der einst so schöne schmale Ausgetrampelte Pfad musste einer Wanderautobahn (vierspurig) weichen. Aber diesen Abschnitt brachten wir schnell hinter uns. So langsam kamen wir aber wieder merklich näher an die Zivilisation. Wir konnten in der Talsohle schon eine Straße erkennen. Bis dort lag aber noch ein langer Weg Quer durch (im Winter offensichtlich) Skipisten, und Weiden wiedermal voll mit Kuhfladen. Der Boden schien wieder eindeutig Fruchtbarer zu werden. So machten wir rast auf einem Felsvorsprung an einem kleinen Bächlein. Wir mussten nur noch den das Untere Ende dieses Tals erreichen, dann hatten wir das meiste unserer Wanderung geschafft. Schade eigentlich, wir hatten echt bisher viel Spaß und da die Rucksäcke mittlerweile nicht mehr sooo schwer waren fiel auch das Laufen leichter! Die Sonne hatte Ihren Zenit schon seid ein paar Stunden überschritten als wir unsere Zelte aufschlugen. Ein paar aus dem Team machten sich gleich auf um von der nahen Straße aus zu unseren Bussen zu trampen. Wir badeten (naja baden hört sich für mich immer auch ein bisschen nach genießen an, was ich machte war eher so schnell wie möglich nass und wieder trocken zu werden) im Bach gleich hinter den Zelten. Leider fing es leicht an zu Regnen, das hätte auf den letzten Wandertag echt nicht mehr sein müssen, aber konnte uns die Stimmung nicht verderben. Da unsere Tramper noch nicht zurückwaren, kochten wir mal zwischendurch und wollten uns einen von Dirk frisch gefangenen Fisch schmecken lassen. Leider fing er nur einen kleinen, den er uns brachte, die anderen 1.000 Stück warf er lieber wieder in den Bach. So blieb uns der Schmaus also leider doch verwehrt.

Sonntag 23.8.08 Da wir echt keine Eile hatten, die Busse hatten am gestrigen Abend noch Ihren Weg in unsere Nähe gefunden (wir waren nicht mehr weit von Hospitalet entfernt, das wir noch vor vier Tagen durchquert hatten) liesen wir es am Morgen entspannt angehen! Wir Frühstückten in aller Ruhe, liesen die Zelte in der Sonne trocknen und packten unsere sieben Sachen auch nicht mehr ganz so ordentlich und dicht zusammengestopft in den Rucksack wie noch an den Tagen zuvor. Gemeinsam machten wir uns auf die letzte Stunde Weg. Der Kuhpfad führte uns an einer alten Hütte, die komplett aus Stein (inkl. Dach) war vorbei. Die Wiese war bis auf die Disteln abgefressen, hier waren wir also eindeutig wieder in einer Gegend in der das Land bewirtschaftet wurde. Bald konnten wir auch die ersten Gebäude und auch unsere Buse in Hospitalet erkennen.

Es war geschafft, Sonntagmorgen, ca. 11 Uhr die Schiebetüren der beiden VW Busse mit OG-Nummernschild knallen zu. Wir brechen auf, geschafft, erleichtert, glücklich!!!

Unsere Fahrt geht aus den Pyrenäen heraus! In der darauffolgenden Woche gehen wir noch klettern in eine Schlucht, durch deren Mitte ein kleiner langsamer „bade“-Fluss fliest. Das Klettern machte richtig Spass!! Leider wurde auf der Rückfahrt Carsten und Sandra Krank. Aber das mal so richtig, mit allem und heftig!!! Leider konnten am darauf folgenden Tag nicht alle beim Canyoning mitmachen! Aber das war auch nochmal ein super Highlight, 2,5 h in der Schlucht und unsere beiden Guides jagten uns geradezu von einem Adrenalinschub zum nächsten. Von Abseilen im Wasserfall über eine Rutsche die 5m über einem Becken auf einmal aufhört bis hin zu nem Sprung aus 9m höhe in eine enge Schlucht (natürlich auch ins Wasser). Es war einiges geboten, bis wir uns wieder aufmachten um unsere Zelte ein letztes Mal aufzubauen. Die letzten Tage genossen wir am Meer, in Collioure kurz vor der Spanischen Grenze. Dort war vor allem entspannen und Schnorcheln angesagt. Bei nem keinen Stadtbummel in der historischen (und wunderschön malerischen) Altstadt waren wir dann endgültig wieder in der Zivilisation angekommen!

Das wars mal soweit.

Gruß Mathias

3 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Hey Bruderherz, sag mal hast du dir zwischendurch Notizen gemacht oder hattest du das alles noch im Kopf?
Das war jetzt ne unterhaltsamte "den-Tag-mit-was-schönem-beginn"-Geschichte ;-)

Viele Grüße
Romana

Laudi hat gesagt…

was ein Comeback! Nice

Anonym hat gesagt…

Hi Matze,