Freitag, 29. August 2008

Schweden ist das geilste Land der Weeeelt,… bis jetzt!

Hallo alle miteinander. Jetzt bin ich wieder im Lande. Es ging jetzt irgendwie alles schneller wie gedacht, dann fang ich aber jetzt am besten mal an zu berichten. Muss aber gerade irgendwie an die knapp 2000 Bilder denken die wir auf unserem Trip geschossen haben, das wird nachher n Spass hier die „besten“ raus zu suchen, ohhh jeee...

Alla zuletzt hab ich ja von Stockholm aus geschrieben, nach ner Stadtbesichtigung sind wir Schwedisch essen gegangen, Köttbullar mit gekochten Kartoffeln, kennt bestimmt jeder aus dem IKEA. Anschließend gab’s ne kleine Tour durch s Nachtleben. Die Tour war echt nur klein, wenn man die Ölpreise in Schweden anschaut. Öl heißt übrigens Bier!! Das war so unser lustiger Spruch für die eine oder andere Postkarte „Unsere Busse haben leider großen Öl Verlust zu beklagen“ oder in der Art. Eben so ein „Starköl“ (0,5L normales Bier) kostet 69 Kronen, das sind 7,35€, verdammt, wir haben immer mit 1/10 gerechnet, und 6,9€ wäre ja ok gewesen ;-)
Im Supermarkt bekommt man in Schweden nur „Leichtöl“ das hat dann 2,8%vol. und schmeckt wie altes Wasser, normales Bier gibt’s da nur in so Spezialläden, die dafür ne Genehmigung haben. Hat so was von Superreich oder Schwerverbrecher wenn Mann da reingeht, und reich muss Mann echt sein wenns dann mal was vom „normalen“ Bier sein soll. Wir haben uns dass dann auch gespart.
Am nächsten morgen sind wir aufgebrochen in Richtung Vättern, das ist Schwedens zweitgrößter See. Dort angekommen fanden wir nen Stellplatz in der Nähe eines Fischerhafens. Jetzt hieß es erst mal angeln. Die Angel hatten wir uns in Stockholm gekauft. Da jeder unserer Reiseführer was anderes sagte, entschieden wir uns einfach für die Info aus einem, nämlich dass man an den Vier größten Schwedischen Seen auf kleine Fische angeln darf. Leider hatten wir kein Glück. Also gab es keinen Fisch zum Abendessen. Schade, aber wir hatten immerhin ein Ziel, wir wollten einen Fisch! Sollte aber vorerst nicht so schnell klappen wie wir das wollten… Egal, am nächsten Tag, nunmehr der 9. unserer Reis fuhren wir auf die andere Seite des Vättern. Wir wollten natürlich auch was von der Schwedischen Natur sehen, da wäre es ja ein Frevel wenn wir unser Wanderschuhe daheim gelassen hätten. Also stand eine Wanderung auf unserem Tagesplan. Dafür hatten wir uns inzwischen den Tiveden Nationalpark in der nähe von Olshammer (zwischen Vättern-See und Vänern-See) ausgesucht. In Schweden ist das ja mal ne perfekte Touristeninformationspolitik! So gut wie vor jeder größeren Stadt gibt es an der Straße Schaukästen mit Landkarten der Region. Da steht dann alles Wissenswerte drauf und man kann sich aus einer Art Briefkasten Landkarten mitnehmen. So planten wir eigentlich recht kurzfristig aus den neuesten Infos die wir hatten unsere Tagestrips. Funktionierte perfekt!
Im Infohäuschen des Nationalparks saß sogar eine Deutsche, die uns eine schöne Route empfahl. Aber die Sprache war eigentlich nie ein Problem. Die da Oben sprechen alle perfekt Englisch, liegt wohl auch daran, dass die nur 3 Schwedische Fernsehsender haben, der Rest ist Englisch mit Untertitel.
Jetzt aber zur Tour zurück. Also packten wir unsere Rucksäcke mit etwas Proviant und marschierten los. Das Wetter war super und auf der Wanderung kamen wir dann aus dem Staunen nicht mehr raus. Es war kein normaler Wanderweg, sondern vielmehr ein Pfad, der Mal über Felsen, mal über kleine Holzbohlen-stege durchs Moor dann wieder durch Unterholz vorbei an Waldseen führte. Was für ein Wahnsinnssatz, aber ich bin eigentlich noch gar nicht fertig. Die Landschaft war echt mal der Hammer. Wir hatten aber das Pech, dass es so auf der hälfte zu regnen begann, aber so richtig. Wir machten dann einfach Pause unter einem riesigen Stein, der früher als Trollhöhle galt. Uns solche Sachen gab es da zu Hauf, alles war wild und doch sooo schön. Als der Regen aufhörte (genau so schnell wie er gekommen war) gingen wir weiter, durch Büsche und über diesen Pfad, der immer (Idiotensicher) mit Farbmarkierungen an den Bäumen gekennzeichnet war. Nach vier Stunden Wandern und vielen Schönen Landschaftsaufnahmen machten wir uns dann wieder auf die Schlafplatzsuche. Jetzt schreib ich mal wie das bei uns fast immer ab lief, weil die Suche an diesem Abend einfach bezeichnend war für die meisten unserer gefahrenen Kilometer auf Waldwegen auf der Suche nach eine, bzw. dem besten/perfekten Schlafplatz. Alla, wir aus dem Park herausgefahren, und auf der Reichsstaße in Richtung Süden. Wir wussten links von uns ist der See, also am nächstbesten Waldweg links abgebogen. Tja wenn ich Waldweg schreibe, meine ich in diesem Fall eher „Schweizer Käse Weg“, denn mancher Schweizer Molker wäre wohl froh, wenn er solche Löcher in seinen Käse bekommen würde!!! Und wie sollte es anders sein, am Ende war eine Schranke und ein kleiner Parkplatz auf dem standen zwei (im Gegensatz zu unseren Bullys) überaus Off-Road taugliche Geländewagen. Es stank zum Himmel nach Fisch, shit, das war irgend so ein Fischerparkplatz, mit Mülltonnen die bis oben mit alten Fischresten voll waren. Wir also zurück auf die Hauptstraße und weiter nach Süden. Nächster Versuch, dieses Mal sah der Waldweg eher nach „befahrbar“ aus. Wir also rein! Der Weg wahr wohl früher mal geteert, aber Mittlerweile schon wieder größtenteils mit Schotter überzogen. Am Enden (Schranke) stand ein Schild, irgendwas mit Militärgelände. Wir lasen noch was von wegen… Information: Wann auf dem Gelände Übungen sind kann man bei der Stadtverwaltung nachfragen. Da… >>BUUUUM<< OK, die machten da wohl grad ne Übung, also nix wie in die Busse und weg! Jetzt komm ein schlechter Witz. „jetzt war uns klar, das war ein alter Mili“teer“weg. Für die, die ihn nicht verstehen; weil der Weg mal geteert war J Haha...
Aber mit der übernächsten Ausfahrt hatten wir dann Glück! Unser Platz für den Abend war an einem kleinen Ausläufer des Vättern, mit Abendsonne und schönem Ausblick, und der Möglichkeit sich im See zu waschen. Nicht dass Ihr jetzt denkt, wir haben uns in den zwei Wochen nur zweimal gewaschen, nein, wir hatten ne Campingdusche dabei, mit der war das mit dem Waschen schon fast so was wie normal Duschen daheim!Sooo, am nächsten morgen, das war dann Freitag der 22.8.08 (so langsam verließ uns aber jedes Zeitgefühl) machten wir uns dann auf zu Schwedens größtem See, denn Vänern, mit einer Fläche von 5.648 km2 ist er der größte See des Landes, im vergleich zum Bodensee mit seinen 535 km². Zwischenstopp machten wir in Lidköpping (Lidschöping) mit einem kleinen Stadtbummel. Wir fanden dann später einen Stellplatz in einer kleinen Bucht, neben einem alten Boot, das glaube ich schon lange nix mehr vom See gesehen hat. Da das Wetter um 17 Uhr noch bombastisch war gingen wir ohne Umwege an den Strand bzw. auf die Felsen am See, da es an dieser Stelle keinen Strand gab. Wir sind dann echt bis 20.30 Uhr in Badhosen rumgelaufen und haben ge´chillt, es war herrlich warm. Beim Sonnenuntergang fingen wir dann an zu kochen. Die Abendstimmung war herrlich, auch wenn Frido und ich, mit unseren inzwischen wieder aufgenommenen Versuchen zu angeln, erfolglos blieben. An diesem Platz wollten wir zwei Tage bleiben, und einfach mal ausschlafen, es uns gemütlich machen und nicht fahren. Also war der zweite Tag an diesem Platz auch sehr entspannend. Wir lasen, angelten, oder fingen an Figuren (ganz im Sinne vom Michel von Lönneberga) zu schnitzen. Abends setzten wir uns dann auf die Felsen (das hört sich jetzt immer so unbequem und hoch an, aber dass waren einfach nur Felsen anstatt Strand, und die waren super) und schauten in die Sterne und quatschten über Gott und die Welt, besonders über die Welt… da sahen wir eine Wahnsinns Sternschnuppe, so was hab ich in meinen ganzen Leben noch nicht gesehen, die war bestimmt hier in Deutschland auch zu sehen, wenn s nicht bewölkt war. Das war echt ein Rießending!!!!! Nach einem Frühstück auf den Felsen und in der Morgensonne machten wir uns am Sonntag auf nach Göteborg. Mittlerweile hatten sich unsere Tagesfahrten so bei 3 Stunden eingependelt, in Göteborg waren wir aber schneller. Nach einem Stadtbummel, bei dem wir „fast hauptsächlich“ nach schönen Schweden T-Shirts Ausschau hielten (aber leider keine fanden) fuhren wir weiter Richtung Süden an die Nordsee. Unser Nachtplatz lag in einem Naturreservat. Eigentlich war dort Campen verboten, aber ein Angler, der gerade von seiner Tour zurückkam, meinte, dass wir nach dem „allemansrätt“ (oder Jedermannsrecht) eine auf jeden Fall eine Nacht bleiben dürfen, wenn wir kein Zelt aufbauen. Und da wir nie den Wortgebrauch „cämping“ in den Mund nahmen, sollte das wohl echt OK sein. Wir nannten das was wir machen eher so eine Art „ständing“ da wir über die Nacht nix draußen ließen und in den Bussen schliefen. Camping ist das nur wenn du ein Zelt aufbaust ;-) An dem Platz hatten wir zwar das erste Mal in Schweden richtig Schnacken, aber die zogen im Laufe der Nacht ab. Was vielleicht daran lag, dass wir in unser essen eine Zwiebel und zwei Zehen Knoblauch schnitten J was für ein Männerurlaub!!! Am nächsten Tag zogen wir weiter an der Nordsee entlang Richtung Helsingborg. Unsere Bullys stellten wir auf einen Parkplatz an einer Landzunge. Der Strand war zwar Steinig, aber das störte uns nicht. Nach ner Stunde Lesen oder so hatte ich die Schnauze voll, was soll das im Urlaub, ein Buch lesen, wenn wir in Schweden sind, da muss es doch was zu sehen geben! Also sind wir mal den Weg am Ufer entlang gewandert, na ja gelaufen, aber halt in Wanderschuhen, da die auf den Großen Steinen besser halt gaben. Der Weg war beschildert, sollte entlang an alten Bunkeranlagen aus dem Krieg, zu Klippen führen, in denen Schmuggler in eben diesem Krieg oder im ersten Weltkrieg Alkohol versteckt hatten. Wir waren insgesamt so 2,5 Stunden unterwegs und es hatte sich mal wieder auf s beste gelohnt!!! Diese Felsformationen waren wunderschön. Wir sind dann natürlich auch mal hochgeklettert und wurden mit einem Super Ausblick belohnt. Wo unten am Strand noch alles voll war mit großen Steinen und Felsbrocken, war oben auf den Klippen eine Landschaft wie aus Herr der Ringe (Hobbingen). Ein Rasen von dem sich so mancher Golfplatz noch eine Scheibe abschneiden könnte. Wir wunderten uns zwar wer den Rasen pflegt, war aber eigentlich auch egal. Zum Sonnenuntergang stiegen wir wieder von den Klippen und hüpften unten über die Steine um ein paar Felsen herum um alles besser zu sehen. Tja und jetzt wird’s interessant, wie sich unsere weiteren Pläne entwickelten. Wir fuhren am Dienstagmorgen um ca. 10.30 Uhr bei Bästad (da hatten wir ge“ständet“) los. Da wir die Öresundbrücke schon kannten, hatten wir vor die Fähre von Helsingborg nach Helsingör (DK) zu nehmen. Wir erreichten den Hafen fünf min. bevor die Fähre ablegte und nahmen noch zwei Deutsche Tramper mit. Die wollten nach Hamburg, wir wollten nach Odense (mitten in Dänemark) auf der Fahrt war aber der Himmel so bewölkt dass wir sagten, alla nehmen wir mit den beiden Hamburgern noch die nächste Fähre von Rödby (DK) nach Fehmern (D). Dort wollten wir dann irgendwo campen und am Mittwoch die komplette Strecke bis Heim durchfahren. Hmm, irgendwie war das Wetter immer noch nicht so einladend, also fuhren wir halt bis Hamburg und ließen die beiden glücklichen dort raus. Kurz nach Hamburg mussten wir mal Pause machen, da es jetzt schon 19 Uhr abends war. An der Raststätte holten wir uns dann bei einer größeren Systemgastronomiekette was zu essen. Das Wetter war scheiße: also fahren wir durch bis heim, soweit dann unsere nächste Umentscheidung. Ich war ja eher skeptisch, aber das verflüchtete sich bald, da wir uns auf der Fahrt so ein Zeug wie Helge Schneider zu Gemüte führten. Bei bester Laune also gabelten wir an der Raststätte bei Göttingen (an dieser Stelle, Gruß an die Kollegen) zwei weitere Tramper auf, die an den Flughafen Frankfurt Hahn wollten. Da stand auf einmal ein Bully der ersten Tage neben uns. Wir konnten es kaum glauben. So einen alten aber sooo schönen Bus zu sehen, das war echt der Knüller. Und weiter ging unsere Fahrt ins geliebte Heimatland. Ja um 5.11 Uhr, nach ca.18 Stunden Fahrt und nach 4836km insgesamt erreichten wir dann wieder Heimische Gefilde. ERIKA (unser Bus) hat alles mitgemacht, ohne auch nur zu mucken, echt traumhaft. Ok der Benzinverbrauch war schon immens, aber was soll’s, Schweden werd ich so schnell nicht vergessen. Ich kann nur jedem Empfehlen dass mal anzuschauen, es ist allemal eine Reise wert! Aber ich mach mich jetzt so langsam an die Vorbereitungen für meinen nächsten Trip.


Australien ich komme… Macht es gut und bleibt sauber.

Gruß Mathias

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hey Matze,
cooler Bericht! Klingt ja richtig supi was ihr da so erlebt habt! bin ja mal mehr als gespannt auf australien und neuseeland... und fütter uns immer schön weiter mit infos :-)
werden uns wohl nimmer sehen, also vonhier aus dann mal viel spaß und gute reise in down under!
Brunzi